Mein Fohlenkauf – Der Weg zum Traumpferd mit Franziska Sack

Franziska Sack kennen viele als FS Bildpoesie – die erfolgreiche Fotografin ist allerdings nicht nur hinter der Kamera, sondern auch auf dem Pferderücken unterwegs. Im vergangenen Jahr hat sie sich den Traum vom eigenen Fohlen erfüllt und mit „Fame“ ein buntes Ausnahmepony im Stall. 

Im vergangenen Jahr hast du es endlich gewagt und hast dir den Traum vom eigenen Fohlen erfüllt. Wie kam es zu diesem Schritt?

Ehrlich gesagt war es die berüchtigte Liebe auf den ersten Blick! Ich hatte mich ursprünglich nur mit einer Freundin, die in liebevoller Kleinzucht Deutsche Reitponies züchtet, zum Fotografieren ihrer beiden jüngsten Stutfohlen verabredet. Nachdem ich die Bilder mit der kleinen Fuchsstute im Kasten hatte, wechselten wir auf die nebenan gelegene Koppel zu Fame und Ihrer Mutter und die aufgeweckte Scheckstute entschied sofort, dass ich ihr Mensch sein soll. Es wurde geflirtet als gäbe es kein Morgen mehr, sie legte sich quasi auf mich drauf und forderte sofort alle möglichen Streicheleinheiten ein. Zum Abschied lief sie mir sogar hinterher und wieherte mich an.Mein Herz machte einen großen Hüpfer und nach einigen schlaflosen Nächten und weiteren Besuchen (auch gemeinsam mit meinem Freund) entschieden wir uns der Kleinen nachzugeben und sie in unsere Familie aufzunehmen. Bis heute habe ich noch nie erlebt, dass ein Tier sich wirklich so intensiv für seinen Menschen entschieden hat und ich bereue es kein Stück, meinem Herz nachgegeben zu haben.

Was sind für dich die Vorteile an einem Fohlen gegenüber einem „fertigen“ Reitpferd?

In meinem besonderen Fall habe ich einfach das Glück die Züchterin schon seit Jahren zu kennen und mir bewusst zu sein, wie Fame die kommenden Jahre aufwachsen wird.Ich habe dabei das Privileg wirklich von Anfang an die Entwicklung auf Ihrem Weg zum Reitpony miterleben zu dürfen und schätze es ungemein, dass ich Ihre Ausbildung selbst bestimmen kann. Somit kann ich nicht nur von Anfang an schmusen so viel ich möchte, sondern auch selbst entscheiden, wann mein Pony bereit ist den nächsten (Ausbildungs-) Schritt zu gehen. Dies ermöglicht mir zukünftig auch gewisse Situationen besser einschätzen zu können – ich weiß schließlich, ob Sie diesbezüglich bereits prägsame Erfahrungen gemacht hat oder erst behutsam an etwas herangeführt werden muss. Die dabei entstehende Bindung ist für mich ein wirklich großer Pluspunkt.

Die Farbe deines Jungspunts ist sehr besonders: wolltest du schon immer einen Schecken haben und was planst du für eure Zukunft, sofern man das jetzt schon sagen kann?

Ehrlich gesagt muss ich gestehen, dass ein Schecke und sogar auch eine Stute nicht so wirklich auf meiner imaginären Wunschliste für meinen pferdigen Nachwuchs standen.Mit meinem jetzt 18-jährigen Fjordwallach Basty musste ich in unserer Dressur“Karriere“ schon des Öfteren Sprüche unter der Gürtellinie über mich ergehen lassen und wurde vielleicht auch nicht immer ganz objektiv bewertet. Da ich gerne auch weiterhin auf Dressurturnieren starten möchte, hätte ich mir daher wohl bei einer bewussten Pferdesuche eher etwas „Konventionelles“ ausgesucht.Aber wo die Liebe nun einmal hinfällt  Aufgrund von Fames dressurbetonter und mit dem Vizebundeschampion 2018 „Herzkönig“ als Vater auch vielversprechenden Abstammung hoffe ich natürlich sehr, dass wir zukünftig den Weg ins Dressurviereck finden und dort mit unserer Sonderfarbe ein bisschen für Abwechslung sorgen können. Wichtig ist mir aber natürlich erst einmal, dass sie gesund bleibt und zu einer stabilen und motivierten Stute heranwächst – wenn wir dann irgendwann im Viereck auch noch Schleifen sammeln, wäre das mein i-Tüpfelchen.

Wo liegen deiner Meinung nach die Tücken am Kauf eines Fohlens?

Selbstverständlich ist der Kauf eines Fohlens immer mit gewissen Risiken behaftet, über die ich trotz meiner Herzchenaugen intensiv nachgedacht habe.Die Abstammung des Fohlens kann schließlich noch so hervorragend aussehen – eine Garantie für einen gesunden, motivierten und rittigen Partner gibt es einfach nicht. Man geht somit die Gefahr ein, dass man nach 3-4 Jahren intensiver Aufzucht und Beschäftigung vielleicht ein Pony im Stall stehen hat, das nicht das gewünschte Gangbild, die erforderliche Größe oder Motivation in der täglichen Arbeit mit sich bringt. Des Weiteren kann es im Rahmen dieser Jahre des Aufwachsens natürlich auch immer passieren, dass sich das Fohlen beim Toben auf der Koppel so schwer verletzt, dass eine Reitkarriere von Anfang an ausgeschlossen werden muss.Letztendlich ist es natürlich auch alles eine Frage des finanziellen Puffers: Zwar mag ein Fohlen im Anschaffungspreis tendenziell unter dem Budget eines gerittenen Pferdes im besten Alter liegen, über die Jahre sammelt sich jedoch mit der Aufzucht, dem Einreiten und ggf. der Vorstellung bei bestimmten Leistungsprüfungen ein ordentlicher Betrag zusammen, der einen mit den Ohren schlackern lassen kann. Diesem sollte man sich also von Anfang an bewusst sein.

Hast du Tipps für eine gute Aufzucht von Fohlen, worauf sollte man achten?

Für mich ist eine Sache in der Aufzucht ganz besonders wichtig: Viel Bewegung mit gleichaltrigen Spielgefährten.Wie auch bei meinem Reitpferd ist mir eine ganzjährige Herdenhaltung an der frischen Luft wichtig – Fame steht dazu ab Oktober bis voraussichtlich April/ Mai nachts in einer Box, um beim norddeutschen Dauerregen auch mal trocknen zu können. Dazu sollte man selbstverständlich auf individuell abgestimmtes (Aufzuchts-) Futter sowie qualitativ hochwertiges Rauhfutter achten. Ich finde eine Herdenzusammensetzung aus jungen und bereits erfahreneren Pferden dabei ebenfalls von Vorteil, damit die Kleinen untereinander zwar Toben und einfach Pferd sein können, aber von den Großen auch mal in die Schranken gewiesen werden ;)Wichtig wäre für mich ebenfalls, dass es die Möglichkeit gibt mit dem Jungpferd bereits grundsätzliche Dinge wie Führen, Stehenbleiben oder Anbinden üben zu können ohne, dass ich mich dafür kilometerweit von den geliebten Spielgefährten entfernen muss und somit unnötigen Stress verursache. Mein Tipp Nummer 1 ist auf jeden Fall sich den Aufzuchtplatz in Ruhe anzusehen und zu schauen, ob die eigenen Topkriterien erfüllt werden. Es kann auch nicht schaden sich den Gesundheitszustand älterer Pferde des Hofes anzusehen und so abzuschätzen, ob die Tiere „gut im Futter stehen“ oder es offensichtliche Mangelerscheinungen gibt.

Ein Kommentar zu „Mein Fohlenkauf – Der Weg zum Traumpferd mit Franziska Sack

  1. Ein hübsches Fohlen, ohne Frage! Deutsches Reitpony also. Hätte ich nach dem ersten Bild gar nicht gedacht. Ich stell mir das mit dem Zureiten schwierig vor, aber sonst wäre es auch mein Credo, das Zusammen eine Bildung aufbauen kann gar nicht früh genug anfangen. Von Pferden hab ich nicht wirklich Ahnung, bin auch schon lange nicht mehr oben auf gesessen (ob ich noch in etwa wüßte, wie’s geht?), aber bei unseren bellenden VIerbeinern haben wir darauf geachtet, dass die späteren Hundeführer, wenn sie sich denn entschieden hatten, Kontakt zum Welpen bekamen und auch irgend etwas daließen, das ihn geruchlich vorbereiten und später begleiten sollte. Und dass die bekannte ALtersspanne für den Auszug zwischen 8 und 12 Wochen eingehalten wird.

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